{"id":82,"date":"2020-03-29T18:17:07","date_gmt":"2020-03-29T18:17:07","guid":{"rendered":"https:\/\/nikas-corner.de\/?p=82"},"modified":"2020-03-30T19:35:03","modified_gmt":"2020-03-30T19:35:03","slug":"die-ersten-10-tage-im-home-office-eine-zwischenbilanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nikas-corner.de\/index.php\/2020\/03\/29\/die-ersten-10-tage-im-home-office-eine-zwischenbilanz\/","title":{"rendered":"Die ersten 10 Tage im Home Office &#8211; eine Zwischenbilanz"},"content":{"rendered":"\n<p>Heute ist es ziemlich genau 10 Tage her, dass ich das letzte Mal in meinem B\u00fcro an der Uni sa\u00df. 10 Tage, die mir ehrlich gesagt viel l\u00e4nger vorkommen. Es ist seitdem irgendwie so viel passiert, obwohl au\u00dfer Corona eigentlich nichts los war. Aber bei den unz\u00e4hligen Schreckensnachrichten, die jeden Tag auf uns einstr\u00f6men, kommt einem die gewohnte Normalit\u00e4t vor, als w\u00e4re sie Jahre her.  Flo ist schon seit \u00fcber 2 Wochen dauerhaft im Home Office, der hat sich damit schon ganz gut arrangiert und st\u00f6hnt nur gelegentlich \u00fcber die hohe Menge an mehr oder weniger sinnvollen Skype-Meetings, die das &#8220;richtige&#8221; Arbeiten mitunter etwas erschweren. Ich tue mich bisher noch ein bisschen schwerer mit der ungewohnten Situation, aber im Gegensatz zu ihm bin ich auch nicht ohnehin regelm\u00e4\u00dfig im Rahmen des mobilen Arbeitens im Home Office statt im B\u00fcro.<\/p>\n\n\n\n<p>Klar, ich bin theoretisch nicht dazu gezwungen, von zuhause aus zu arbeiten. Mein Chef hat uns bereits vor der offiziellen Schlie\u00dfung der Universit\u00e4t als Bildungseinrichtung nahegelegt, das ausnahmsweise durch die Uni erteilte Angebot zur Heimarbeit anzunehmen, wann immer es uns m\u00f6glich ist &#8211; seit der Lehrbetrieb auf Eis gelegt ist, mit etwas mehr Nachdruck als davor. Das Land und die Universit\u00e4tsleitung verbieten das Arbeiten in den Universit\u00e4tsgeb\u00e4uden allerdings offiziell zumindest jenen Angestellten nicht, die keine Symptome haben, die in Zusammenhang mit COVID-19 gebracht werden k\u00f6nnten. Problem: Versucht mal, als Heuschnupfen-geplagter Mensch herauszufinden, ob das Kratzen im Hals und die sonstigen Erk\u00e4ltungssymptome ausschlie\u00dflich von irgendwelchen Pollen ausgel\u00f6st werden, oder ob da noch etwas anderes dahinter stecken k\u00f6nnte. Ergo bleibe ich die meiste Zeit brav zuhause, gelegentliche Spazierg\u00e4nge oder notwendige Eink\u00e4ufe mal ausgenommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Home Office oder mobiles Arbeiten sind Konzepte, die bislang an der Uni Stuttgart nicht existiert haben (aber wir sind als familienfreundliche Hochschule zertifiziert&#8230; ja ne, is klar) und das hei\u00dft, dass ich damit bisher quasi keine Erfahrung gesammelt habe. Von Ausnahmen wie dem halbt\u00e4gigen Warten auf den Schornsteinfeger mal abgesehen, war Arbeiten zuhause f\u00fcr mich bislang immer von Stress und Hektik gepr\u00e4gt. Auf gut Deutsch gesagt: ich wurde tags\u00fcber mit dringenden Dingen nicht fertig und habe mich abends nochmal daheim an den Schreibtisch gesetzt, oder &#8211; und das hat bislang den Hauptteil der Heimarbeit ausgemacht &#8211; es stand mal wieder eine Paper-Deadline an, die ein paar Wochen lang 24\/7-Arbeit notwendig gemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann mich wirklich nicht beschweren &#8211; viele Arbeiten, die in meinem Job anfallen, gehen zuhause tats\u00e4chlich sehr gut und ich komme zu einigen Aufgaben, die ich sonst vielleicht eher vor mir her schiebe. Mich aufs Lesen von Papers zu konzentrieren f\u00e4llt mir beispielsweise daheim viel leichter, einfach weil es keine St\u00f6rungen durch Kollegen oder Studenten gibt. Eine Mail mit Studentenfragen f\u00fcr eine Stunde zu ignorieren geht deutlich besser, als das mit einem in der T\u00fcre stehenden Studenten zu tun \ud83d\ude09 Und ob ich jetzt hier oder in meinem B\u00fcro in Vaihingen programmiere, macht auch keinen gro\u00dfen Unterschied. Vielleicht abgesehen von der Tatsache, dass unsere Internetanbindung momentan offensichtlich zu \u00fcberlastet ist und es auf Dauer doch recht l\u00e4stig ist, sich permanent wieder neu von remote auf die Server am Institut zu verbinden. Auch der Gro\u00dfteil der Kommunikation, die mit meinen Studenten sonst pers\u00f6nlich abl\u00e4uft, l\u00e4sst sich \u00fcber Tools wie Slack, Skype oder einfach per Mail ganz gut online abhalten. Wobei mir der direkte Austausch trotzdem ein bisschen fehlt, weil sich da teilweise doch lebendigere Diskussionen ergeben. Und ich muss ja ganz ehrlich zugeben, dass die Besprechungen mit zu meinen Lieblingsaufgaben als Doktorandin geh\u00f6ren &#8211; ich bin einfach gern Betreuerin, l\u00e4stig ist mir das nur relativ selten, wenn ich gerade wegen anderen Dingen im Stress bin. Aber f\u00fcr alles, was jetzt gerade etwas schwierig ist, muss man eben kreative L\u00f6sungswege finden. Ohne Herausforderungen w\u00e4re das Leben ja auch langweilig, oder? \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p>Nach eineinhalb Wochen normalem Home Office muss ich also sagen, dass es insgesamt ganz gut funktioniert. Und ich hoffe inst\u00e4ndig, dass die Uni es nach Ende der Corona-Krise endlich gebacken bekommt, im aktuellen Jahrtausend anzukommen und diese Form der Flexibilisierung f\u00fcr ihre Angestellten regul\u00e4r anzubieten. Besonders f\u00fcr diejenigen, die das f\u00fcr eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf dringend brauchen k\u00f6nnten. Aber &#8211; und ich finde, das ist ein fettes &#8220;Aber&#8221; &#8211;  mir pers\u00f6nlich fehlt die r\u00e4umliche Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben. Es f\u00e4llt mir teilweise nicht leicht, mich auf die Arbeit zu fokussieren, wenn ich genau wei\u00df, dass die K\u00fcche eine Grundreinigung dringendst n\u00f6tig h\u00e4tte. Umgekehrt f\u00e4llt es mir deutlich schwerer, nach Feierabend auch wirklich im Feierabend zu bleiben und nicht nochmal &#8220;kurz f\u00fcr 20 Minuten&#8221; (haha, als ob) wegen irgendetwas mehr oder weniger (un)wichtigen an den Schreibtisch zu sitzen, wenn ich nicht diesen offensichtlichen Einschnitt des nach Hause gehens am Ende des Arbeitstages habe. Und nat\u00fcrlich fehlt mir auch der pers\u00f6nliche Kontakt mit den Kollegen ein bisschen &#8211; ist ja irgendwie logisch, wenn man f\u00fcr dreieinhalb Jahre an ca. 4 Tagen die Woche mit den gleichen Menschen zum Mittagessen gegangen ist und sich daran gew\u00f6hnt hat. Mehr als ab und zu w\u00fcrde ich, wenn es komplett freiwillig w\u00e4re, also vermutlich nicht im Home Office arbeiten. Aber mal sehen, ob ich mich in den n\u00e4chsten Wochen noch ein bisschen besser dran gew\u00f6hne.<\/p>\n\n\n\n<p>Und, was f\u00fcr mich als alten Kaffee-Junkie vielleicht ein ganz gutes pro-Home-Offife-Argument ist: Die Qualit\u00e4t des w\u00e4hrend der Arbeit konsumierten Kaffees hat sich Dank meines geliebten Kaffeevollautomaten im Home Office gegen\u00fcber dem aus der Pad-Maschine an der Uni stark verbessert \ud83d\ude00 Wenn das kein Grund ist, der Sache eine ernsthafte Chance zu geben, dann wei\u00df ich auch nicht&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist es ziemlich genau 10 Tage her, dass ich das letzte Mal in meinem B\u00fcro an der Uni sa\u00df. 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